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110 Jahre Todestag von Karl May

30. März 2022


Heute jährt sich der Todestag des legendären deutschen Schriftstellers Karl May zum 110. Mal. Er ist bekannt für seine Wildwest-Romane über den Indianerhäuptling Winnetou und den unfehlbaren Helden Old Shatterhand, die unzählige Male verfilmt wurden, und vor allem seit den 1960er Jahren an Popularität gewonnen haben.

Mays Werk ist von starken Humanismus und Pazifismus geprägt, der die Verbundenheit mit der Natur, den Frieden und die Gleichheit zwischen Menschen aller Rassen und Glaubensrichtungen, betont und feiert. Seinen Büchern mangelt es nicht an Humor und einer gewissen Übertreibung, viele seiner Dialoge haben Komödiencharakter.

Mays literarische Anfänge fanden unter verschiedenen Pseudonymen statt. Der sächsische Verleger H. G. Münchmeyer wurde auf den Autor aufmerksam. Ihre Zusammenarbeit begann im März 1875, und noch im selben Jahr zog Karl May nach Dresden und begann sich ganz dem Schreiben zu widmen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Münchmeyer blieb er eine Zeit lang als Autor unabhängig und schrieb Geschichten aus den Ausläufern des Erzgebirges. Im Jahr 1896 kaufte er ein Haus in Radebeul bei Dresden, das er "Villa Shatterhand" nannte.

1913 wurde in Radebeul der Karl-May-Verlag (heute in Bamberg) gegründet, der die Gesammelten Werke von Karl May herausgab. Im Jahr 1928 wurde in der May-Villa das Karl-May-Museum eingerichtet –  und man kann sagen, dass Radebeul nicht nur ein Wallfahrtsort für Liebhaber von Winnetou und Old Shatterhand ist.

Das Paradoxe ist, dass Karl May den Wilden Westen, über den er so viel schrieb, nie besucht hat. Doch seine Bücher wurden gelesen, werden gelesen und werden auch in Zukunft gelesen.

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