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Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung


 
Dieses Jahr fand die feierliche Verleihung am 11. November 2015 um 19.00 Uhr im Neuen Rathaus in Brünn unter der Teilnahme von dem Oberbügermeister der Stadt Petr Vokřál statt.

Den Preis erhielten Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann und Alena Bláhová.

Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann (geb. 1940) beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der deutschen und der tschechischen Literatur. Zu den wichtigsten Projekten, an den er im Bereich der deutsch-tschechischen Beziehungen maßgeblich beteiligt war, gehört die Tschechische Bibliothek, die er als geschäftsführender Herausgeber betreute (1999-2007), die Max-Brod-Werkausgabe (2013-2015) oder die Jiří-Gruša-Werkausgabe. Im Jahre 2008 wurde er mit dem tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera ausgezeichnet.

Alena Bláhová (geb. 1945) ist Übersetzerin und Publizistin, die in Reihe von Verlage arbeitete. Sie setzt Deutsch und Französisch über, u.a. die Werke von Martin Buber, Else Lasker-Schüler und Paul Leppin. Seit dem Jahre 1993 setzt sie die Werke von Rainer Maria Rilke über. In der Gegenwart arbeitet sie mit dem Fotografen Jan Jindra an einem fotografischen-literarischen Projekt über Rilke zusammen. Im Jahre 2015 wurde sie mit dem österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet. 

Die Ehrenpreise gingen an das Ehepaar Helga und Horst Löffler und an Irena Nováková.

Das Ehepaar Löffler trugen zu der Organisation und Planung der Gespräche auf das Thema das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in Horní Planá in Südböhmen (1977-2011) bei. Seit dem Jahre 2003 haben sie sich auf der Entstehung des Adalbert-Stifter-Zentrums in Horní Planá teilgenommen. 

Irena Nováková war seit dem Jahre 2007 die Vorsitzende des Kulturverbandes der Bürger deutscher Nationalität der ČR, sie ist das Mitglied von ZHMP (Výbor pro národnostní menšiny hl. m. Prahy) und Deutsch-Tschechisches Gesprächsforum. 

Verliehen wird dieser Preis alljährlich an Persönlichkeiten, die sich nachhaltig für die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen, für den Abbau von Vorurteilen und für die Verbesserung der Zusammenarbeit engagieren. Die Auszeichnung wurde mit keiner finanziellen Anerkennung verbunden, sondern bestand in der Widmung eines Kunstwerks von der Künstlerin Maria Filippová aus Brünn.
Der 1994 erstmals verliehene Preis wurde im Jahre 2015 zum 19. Mal vergeben. Frühere Preisträger waren u.a. František Černý, Pavel Kohout, Ludvík Kundera, Vratislav Kulhánek, Reiner Kunze, Petr Pithart, Bischof Radkovský, Jürgen Serke, Antje Vollmer, Richard von Weizsäcker und Detlef Wittig.

Seit dem Jahre 2010 wird der Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung gemeinsam mit dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren, Prag, Adalbert-Stifter-Verein, München, der Brücke/Most Stiftung, Dresden, dem Collegium Bohemicum, Aussig/Ústí nad Labem, dem Internationalen Kunstverein Pro Arte Vivendi, Berlin und der Union für gute Nachbarschaft tschechisch- und deutschsprachiger Länder, Prag vergeben.
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