Di, 14. April 2026 - 18:00
Prager Literaturhaus | Ječná 11, Praha 2
Der Prager Schriftsteller Max Brod, der ein umfangreiches Werk in Prosa, Lyrik, Dramatik und Essayistik hinterlassen hat, steht heute weitgehend im Schatten des von ihm protegierten, weltweit rezipierten Franz Kafka. Dabei war Brod, obwohl kein Vertreter der literarischen Moderne, zu Lebzeiten der deutlich bekanntere und auf dem Buchmarkt auch aktivere und erfolgreichere Autor. Für Brod lassen sich 131 selbständige Veröffentlichungen nachweisen (Wilpert/Gühring 1992). Im Zentrum des Vortrags steht Brods gleichwohl weitgehend konventionelles Romanschaffen, von dem heute nur für vereinzelte Werke eine gewisse Bekanntheit vorausgesetzt werden kann. Dieses Romanwerk soll am Beispiel von Brods historischen Romanen (Tycho Brahes Weg zu Gott 1915, Rëubeni. Fürst der Juden 1925, Galilei in Gefangenschaft 1948, Armer Cicero 1955) eine kritische Würdigung finden.
Steffen Höhne ist Professor für Kulturwissenschaft und -management an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena; zu seiner umfassenden Publikationstätigkeit gehört u.a. auch die Mitherausgeberschaft des Handbuchs der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder (2017) und des Handbuchs der Literaturen aus Czernowitz und der Bukowina (2023).
Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik der Karluniversität Prag/Kurt-Krolop Forschungsstelle statt.
Mi, 25. 3. 2026
Am Montag, dem 23. März 2025 hat der Dichter Kamil Bouška im moderierten Gespräch mit Josef Straka sein bisheriges künstlerisches Schaffen vorgestellt, einschließlich neu entstandener Texte.
Weitere Fotos finden Sie in unserer Fotogalerie.
Mo, 30. března 2026 - 18:00
Prager Literaturhaus | Ječná 11, Praha 2
Mo, 23. März 2026 - 18:00
Prager Literaturhaus | Ječná 11, Praha 2
Mo, 16. März 2026
Heute dem 16. März 2026, jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag des in Prag geborenen Franz Wurm.
Franz Wurm (16.3.1926, Prag – 29.9.2010, Ascona) war ein tschechoslowakisch-schweizerischer, deutsch schreibender Dichter und Übersetzer. 1939 schickten ihn seine Eltern ins englische Exil, wodurch er der rassistischen Verfolgung entging. Beide Eltern wurden später im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Franz Wurm studierte Romanistik und Germanistik an der Universität Oxford und ließ sich ab den 1950er Jahren in der Schweiz nieder, wo er in Zürich und in den letzten zehn Jahren seines Lebens im italienischsprachigen Ascona lebte. Er war mit dem Dichter Paul Celan befreundet, mit dem er einen regen Briefwechsel führte (veröffentlicht 1995 bei Suhrkamp Verlag). Von 1969 bis 1971 lebte er in Prag, wo er sich mit Emanuel Frynta und Ivan Vyskočil anfreundete. Er übersetzte unter anderem Gedichte von Vladimír Holan ins Deutsche und war auch als Übersetzer aus dem Französischen (Paul Valéry, René Char) und Englischen (Ludwig Wittgenstein) tätig.
Die erste tschechische Auswahl aus Wurms Jugendbänden wurde von Jan Ort zusammengestellt: Břehy v zádech (1974). Insgesamt drei Gedichtbände wurden in der Übersetzung von Věra Koubová veröffentlicht: Rozevřená fuga (Prostor, 2004, eine Auswahl aus Dirzulande, Hundstage a Dreiundfünfzig Gedichte), das poetische Gedicht König auf dem Dach (Král na střeše, Triáda, 2018) aus der Mitte der 1970er Jahre, als der Autor in Israel lebte, und Dirzulande (Mezi vlnou a zdí, Dybbuk, 2023), das intensiv die Erfahrung des Sprachverlustes reflektiert.
© Michael Wolgensinger


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