Zur literaturwissenschaftlichen Konzeptualisierung multilingualer Orte: Czernowitz und Prag im Vergleich
Di, 28. April 2026, 18:00
Prager Literaturhaus | Ječná 11, Praha 2
Habsburgisch geprägte Orte wie Czernowitz und Prag zeichnen sich in exemplarischer Weise durch ihre multilingualen, -ethnischen und -konfessionellen Determinanten aus, mit denen nationalkulturelle Kategorisierungen und Kanonisierungen immer wieder herausgefordert bzw. unterlaufen werden. Ausgehend von den Arbeiten der Prager Germanistik zur Bestimmung von literarischen Regionen sollen mit Hilfe kultursoziologischer Ansätze Beschreibungsmodelle für die urbanen Kontexte und deren Verflechtungen diskutiert werden. Neben raumbezogenen Konzepten urbaner Identitäten und Images geht es auch um die häufig konträren erinnerungskulturellen Traditionen, die auf ein Mit-, Neben- und Gegeneinander der verschiedenen Kulturen deuten. Diese Ansätze und Modelle sollen vergleichend auf die Literatur und Kultur in Czernowitz und Prag in der Moderne übertragen werden.
Steffen Höhne ist Professor für Kulturwissenschaft und -management an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena; zu seiner umfassenden Publikationstätigkeit gehört u.a. auch die Mitherausgeberschaft des Handbuchs der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder (2017) und des Handbuchs der Literaturen aus Czernowitz und der Bukowina (2023).
Nur auf Deutsch.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der langfristigen Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik der Karluniversität Prag/Kurt-Krolop Forschungsstelle statt.

