Hundert Jahre seit der Geburt von Franz Wurm
Mo, 16. März 2026
Heute dem 16. März 2026, jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag des in Prag geborenen Franz Wurm.
Franz Wurm (16.3.1926, Prag – 29.9.2010, Ascona) war ein tschechoslowakisch-schweizerischer, deutsch schreibender Dichter und Übersetzer. 1939 schickten ihn seine Eltern ins englische Exil, wodurch er der rassistischen Verfolgung entging. Beide Eltern wurden später im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Franz Wurm studierte Romanistik und Germanistik an der Universität Oxford und ließ sich ab den 1950er Jahren in der Schweiz nieder, wo er in Zürich und in den letzten zehn Jahren seines Lebens im italienischsprachigen Ascona lebte. Er war mit dem Dichter Paul Celan befreundet, mit dem er einen regen Briefwechsel führte (veröffentlicht 1995 bei Suhrkamp Verlag). Von 1969 bis 1971 lebte er in Prag, wo er sich mit Emanuel Frynta und Ivan Vyskočil anfreundete. Er übersetzte unter anderem Gedichte von Vladimír Holan ins Deutsche und war auch als Übersetzer aus dem Französischen (Paul Valéry, René Char) und Englischen (Ludwig Wittgenstein) tätig.
Die erste tschechische Auswahl aus Wurms Jugendbänden wurde von Jan Ort zusammengestellt: Břehy v zádech (1974). Insgesamt drei Gedichtbände wurden in der Übersetzung von Věra Koubová veröffentlicht: Rozevřená fuga (Prostor, 2004, eine Auswahl aus Dirzulande, Hundstage a Dreiundfünfzig Gedichte), das poetische Gedicht König auf dem Dach (Král na střeše, Triáda, 2018) aus der Mitte der 1970er Jahre, als der Autor in Israel lebte, und Dirzulande (Mezi vlnou a zdí, Dybbuk, 2023), das intensiv die Erfahrung des Sprachverlustes reflektiert.
© Michael Wolgensinger


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