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Der Journalist Wenzel Jaksch (1896-1966)

03.11.2016,  18:00

Prager Literaturhaus | Ječná 11, Prag 2

In diesem Jahr sind es 120 Jahre, dass Wenzel Jaksch geboren wurde, und 50 Jahre, dass er gestorben ist. Diesem zweifachen Jahrestag des letzten Vorsitzenden der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei widmen wir einen Themenabend, der sich einer Auswahl seines journalistischen Schaffens widmet. Wenngleich die Politik Wenzel Jakschs bis heute von Kontroversen begleitet sind, verdienen seine in den Artikeln zum Ausdruck gebrachten Ansichten bis heute Beachtung. In ihnen spiegelt sich das Lebensschicksal eines bedeutenden Politikers, der sich unter dem Druck historischer Ereignisse mit vielen Herausforderungen auseinandersetzen musste.

Aus dem jungen Maurer aus Südböhmen, der vor dem Ersten Weltkrieg in Wien Halt in der Arbeiterbewegung fand, wurde in der Zwischenkriegszeit ein Redakteur sozialdemokratischer Zeitungen. Später wurde er Mitglied im Vorstand der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und wurde letztlich 1938 ihr letzter Vorsitzender. Während des Zweiten Weltkriegs trat er im Exil als Sprecher der Deutschen aus den böhmischen Ländern auf, die sich gegen das nationalsozialistische Regime gewandt hatten, und publizierte Kommentare zur aktuellen politischen Situation und zur zukünftigen Entwicklung. Er engagierte sich gegen die Pläne zur Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei, zu der es dann in den Jahren 1945-1946 kam. Er ließ sich später in Westdeutschland nieder, wo er sich als Mitglied der erneuerten SPD in die Bundespolitik einbrachte. Zugleich interessierte er sich weiter für die Situation der Vertriebenen und beteiligte sich an der Gründung eine Reihe von Organisationen, die die Vertriebenen in der neuen Heimat repräsentieren sollten.

Gäste: Ulrich Miksch (Journalist, Berlin), Thomas Oellermann (Historiker, Prag)

In Zusammenarbeit mit Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, mit simultaner Übersetzung ins Tschechische.

Das Plakat finden sie hier.

 

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